2012

"3 sekunden berühmt!" 

Gesellschaftlich diskriminierte Gruppierungen haben immer um Öffentlichkeit und Bekanntheit gekämpft, um ihre Anliegen durchzusetzen. Zentraler Bestandteil dabei war die Herstellung von Öffentlichkeit, um Themen in die öffentliche Wahrnehmung zu bringen.  Die Schnelligkeit, mit der Themen heute lanciert und wieder fallengelassen werden, fördert die Aufnahme und den Kitzel/den Genuß der Themenkonsumenten. Kultur dient dabei mehrheitlich als leichte Garnitur, die nicht allzu Schweres abverlangt, da es ja vordergründig um "nichts" geht. Reflexion wird dabei nicht gefragt, leichte Erregbarkeiten werden gefördert. Wir wollen Aufmerksamkeit!  In vollem Bewusstsein, als KünstlerInnen doppelt marginalisiert zu sein, holen wir uns drei Sekunden Berühmtheit! Wir wollen unsere MitbürgerInnen teilhaben lassen am ironischen Umgang mit Ritualen der Celebrities und Fixsternchen, die immer schneller kommen und gehen. Und auch wir kommen und gehen, marginalisiert, aber selbstbestimmt: drei Sekunden auf dem rosa Teppich vor einer Institution, die Kunst definiert und festschreibt, wo wir drei Sekunden lang unsere Kunstwerke und uns präsentieren! Art forever and everywhere! Damit wird das gängige Konzept von Bekanntheit, Öffentlichkeit und damit verbunden oft wirtschaftlicher Erfolg in Frage gestellt und persifliert.  Diskutiert werden alternative Konzepte von künstlerischer Arbeit und Erfolg als Kontrapunkt zum Belohnungssystem in unserer Gesellschaft. Dadurch entstehen kurzfristige informelle Netzwerke, die eine eigene Öffentlichkeit beanspruchen und die kontinuierlich weiterwachsen. (Text Ingrid Gaier)

1. Aktion vor dem Egon Schiele Art Centrum in Krumau/CZ 2012

Durch einen Aufruf der Künstlerin Ingrid Gaier kamen 15 Wiener KünstlerInnen nach Krumau/CZ, um sich auf einem ausgerollten, rosa Teppich vor dem Egon Schiele Art Centrum mit einem mitgebrachten, eigenen Kunstwerk der vorbeiziehenden Öffentlichkeit zu präsentieren. In Krumau folgten dem Aufruf 7 tschechische KollegInnen. Alle TeilnehmerInnen wurden am artist-cat-walk fotografiert, um anschließend in einem Katalog dokumentiert zu werden.

2. Katalogpräsentation in der IG Bildende Kunst in Wien

 

2010

charmsantes limousinenkino 14.12.2010, 17 - 19h

¡einsteigen - film schauen - aussteigen!

passanten wurden in eine stretchlimousine eingeladen, um sich kurzfilme von *walenta & wölger anzusehen. eine kurze vorweihnachtliche auszeit der anderen art! eine hommage an daniil charms 

gezeigt wurden: charmsante miniaturen… kurzfilme 1-12/12 von *walenta & wölger k a m e r a: *walenta & wölger, barbara horvath  m i t : christoph braendle, passanten, astrid*walenta, sita colloredo, hermann w. kogler, manfred stella, paul justus lück, sascha zaitseva, roman spiess, frederick steinmann, jakob maché, esther zadow, ruth zadow, barbara horvath, katrin wölger m u s i k , i n t e r p r e t a t i o n , t o n: lukas thoeni, alexander shevchenko, tristan schulze, simone klein, viviane eisold, elmar nasahl, robert schumann, pierre el doueihi, maria frodl, emily smejkal, lorenz raab, peter palme, rupert blahous

 

 

2003

Nasreddine zieht durch die Stadt

„hodja! was wird eigentlich mit den alten vollmonden gemacht? sie werden in kleine stücke geschnitten und dann werden die sterne am himmel draus gemacht.“ eine produktion des theatervereins damenbein, nach einer idee von www.astridwalenta.com Mai/Juni 2003 Kurzgeschichten und Anekdoten aus dem Leben des Nasreddin Hodja von seiner Ur-Ur-Urenkelin

 

 

2002

LE BALAYEUR

der straßenkehrer nach jacques prévert eine produktion des theatervereins damenbein nach einer idee von www.astridwalenta.com 12. und 13. dezember 2002, 20 uhr - interkulttheater

 

 

2000

Charmante Miniaturen oder Die Erde steht auf drei Walen

Samstag, 20.Mai 2000, 14.00 - 17.00 Uhr - Esterhazypark im 6.Bezirk

Kleine Studien in Anlehnung an Daniil Charms (russ. Klassiker des Absurden und Meister des Paradoxen) Die Künstlerinnen Astrid Walenta und Katrin Wölger haben mit Freunden aus verschiedenen Kunstbereichen den Esterhazypark für drei Stunden in eine menschenblumenbeschickte Landschaft verwandeln. Verschiedene Miniatur-Performances - in Anlehnung an Charms Texte - wurden auf mehreren Stationen präsentiert, zwischen denen sich der Besucher frei bewegen konnte. Mitwirkende: Sita Collorado, Hannes Flaschberger, Claudia Hitzenberger, Richard Maynau, Freddy Steinmann, Astrid Walenta, Katrin Wölger, Hans Wörtl.

 

trampelbilder

Aktion von Marielis Seyler-Kejda

Video: Rudi Rloubinek, Philipp Kejda

Eine Aktion, die thematisiert, wie wir uns über alles und jeden hinwegsetzen/ hinwegtrampeln und dabei Verletzungen hinterlassen.

Am 11.11.2000 wurden im Café Sperl und anschließend im Salon Er-Ich Fotos mit fragilen Sujets (Baby, Schmetterling, Schneckenhaus, Maria Teresia Denkmal) im Format A0 so am Boden platziert, dass KundInnen beim Eintreten darüber/darauf steigen mussten, um ins Geschäft zu kommen.

 

Dia 2000

Die Bevölkerung war aufgefordert, ein persönliches Dia davon einzusenden, was sie in den letzten Jahren bewegt hat, was sie sich wünschen oder was wichtig war. Im Rahmen einer Abendveranstaltung im Minna von Lachs Park wurden ausgewählte Dia großflächig an eine Feuermauer projiziert.

 

 

1997-2006

Aktionen am Donauinselfest

Während dieser Jahre baute das KulturForum M eine Art „Außenstelle“ am Donauinselfest auf:

JedeR konnte bei uns produzieren und sich eine eigene Maske (2001), einen eigenen Hut (2002/05), eine Postkarte (2003), eine Tasche (2004) oder Luftformen (2006) basteln. 

 

 

1997-2000

zweiclowns / Mariahilferstraße - Straßenclownerie

Zwei auffällige Figuren spazierten durch die Mariahilferstraße und angrenzende Seitengassen. Sie haben Menschen mit sichtbaren und unsichtbaren Fäden aneinandergebunden, kleine und große Kreise und kürzere und längere Menschenketten gebildet. Menschenskulpturen haben sich formiert, auf der Straße wurden Verbindungen hergestellt. zweiclowns haben für das Kulturforum M eine witzige Form des 'Sich-Kennenlernens' vorgelebt. Sie haben durch ihre Ideen geschafft, Begegnungen zwischen Unbekannten zu initiieren. Zufällige Passanten sind miteinander auf spielerische Art ins Gespräch gekommen und haben trotz Regenwetters gute Laune und neue Kontakte mit nach Hause genommen.

 

Hütteldorf-Erdberg

Kunstaktion und Videodokumentation auf Vorschlag der Künstlerin Katharina Heinrich.

Ein geflochtenes, aus Plastik bestehendes Kunstobjekt in den Farben orange und grün wurde in den U Bahn Stationen Hütteldorf, Wien Mitte, Erdberg und in den U Bahn Linien U3, U4 in verschiedenartiger Weise präsentiert. Kunst im öffentlichen Raum bietet die Möglichkeit, das alltägliche Umfeld als Ort für die Kunst zu erobern und Leute durch Kunst einfach und spielerisch zu erreichen. Die Kunst kommt zum Menschen. Die Aktion hat Spaß, Kreativität und Lust an der Kunst vermittelt. Ein Team von 6 Leuten hat nach Vorgaben der Künstlerin das Objekt auf dem Boden verschiedenartig zusammengelegt, durch die U Bahn Stationen getragen, in den U Bahn Waggons über die Sitzbänke gelegt etc. Die U Bahn Benützer wurden aufgefordert mitzumachen, was sie mit Freude und Begeisterung auch taten; einige sind den ganzen Weg mit uns mitgefahren. Die Reaktionen waren sehr interessiert bis erstaunt und irritiert. Wir haben die Menschen aktiv angesprochen, Informationsmaterial zur Aktion und zur Arbeit des Kulturforums ausgeteilt und die Menschen in Gespräche über unsere Arbeit verwickelt.

 

'Ephemeres Denkmal' - Esterhazypark

Die Künstlerin Romana Hagyo spannte mit Kindern der Volksschule Mittelgasse ein Netz aus Schnüren kreuz und quer zwischen den Bäumen. Im entstandenen Raum konnten die Kinder mit Dingen von sich, die sie nicht mehr brauchten (Luftballons, Kindergewänder, Sackerl, Schaumstoffbälle, Nägel etc.), eine eigene kleine Welt gestalten. Das Denkmal wurde hier nicht als ein von der Künstlerin vorgedachtes Konzept verstanden, sondern die Kunst bezog sich hier auf die Lebenswelt der Kinder, die es kreativ gestaltet haben. Bei diesem Projekt haben wir Wünsche von Bewohnern, mehr Kinderaktivitäten im Bezirk durchzuführen, berücksichtigt. Außerdem wurde das unmittelbare Umfeld (der Esterhazypark) als Ort künstlerischer Kreativität genützt und für kurze Zeit wurde einem Teil des Parks ein vergängliches Denkmal einverleibt. Die Kinder waren begeistert, die Eltern bewunderten die Kunstwerke ihrer Kinder, die Bewohner der Umgebung kamen als aktive Zuseher, die für kurze Zeit an dem Denkmal, dem 'Kinder-Raum', an einer eigenen Welt teilhaben durften. Das 'Denkmal' ist noch vier Tage unbeschädigt im Park verblieben.

 

Back ground

Kunstinstallation und Klangbeschallung im Esterhazypark

Die Künstlerin Almut Rink hat die Geschichtlichkeit des Flakturms thematisiert, indem sie den Schatten des Turms mit schwarzem Marmorsand vor Ort nachgezeichnet hat. Zur Eröffnung fand eine Klangbeschallung der Künstler Christof Cargnelli und Peter Szely statt, die den Esterhazypark in einen akustischen Hörerlebnisraum verwandelt haben. Wichtig war hier die Nutzung des heterogenen Esterhazyparks als Ort für die Kunst und die Möglichkeit, verschiedenste Menschen gleichermaßen zu erreichen. Unser Publikum hat sich aus Interessierten, Anrainern, Besuchern des Parks, Obdachlosen, Hundebesitzern etc. bunt zusammengemischt. Außerdem hat sich unser Stammpublikum mit dem des Kunstbüros 1060, das unser Kooperationspartner in der Projektarbeit war, gemischt. Vor allem junge Leute haben dem Abend beigewohnt, die zufälligen Passanten zeigten sich vergnügt bis neugierig, stellten Fragen und wurden in Gespräche eingebunden.